Ist die natürliche Regulationsfähigkeit des Körpers gestört, kann sich dies unter anderem durch Schmerzen, Entzündungen oder funktionelle Störungen äußern. Die Neuraltherapie ist ein ergänzendes medizinisches Behandlungsverfahren, das über das Nervensystem wirkt und darauf abzielt, gestörte Regelkreise zu stabilisieren sowie Heilungsprozesse zu unterstützen.
In der zahnmedizinischen Neuraltherapie werden kleine Mengen eines gut verträglichen Lokalanästhetikums – meist Procain – gezielt in bestimmte Gewebeareale injiziert. Procain ist ein seit vielen Jahrzehnten bewährtes Lokalanästhetikum mit kurzer Wirkdauer, das neben seiner schmerzlindernden Wirkung auch durchblutungsfördernde und regulierende Effekte auf das Gewebe zeigen kann.
Typische Anwendungsbereiche in der Zahnmedizin sind beispielsweise entzündete Zahnregionen, Operationsgebiete, Narben sowie stille Entzündungsherde im Kiefer. Über nervale Reflexwege können die gesetzten Reize lokale Spannungen reduzieren, Schmerzen dämpfen und die körpereigenen Regulationsmechanismen aktivieren.
Das vegetative Nervensystem, das den gesamten Körper vernetzt, kann diese Impulse weiterleiten, sodass funktionelle Beschwerden auch außerhalb der behandelten Region positiv beeinflusst werden können, wenn ein entsprechender Zusammenhang besteht.
Schmerzlindernd, durchblutungsfördernd, entzündungsregulierend
Neben der lokalen Betäubungswirkung kann Procain die Mikrozirkulation verbessern und regulierende Effekte auf entzündliche Prozesse unterstützen. Dadurch wird die Neuraltherapie häufig begleitend zu chirurgischen Eingriffen, bei chronischen Kieferbeschwerden, funktionellen Störungen des Kiefergelenks oder im Rahmen ganzheitlicher zahnmedizinischer Therapiekonzepte eingesetzt.
Die Neuraltherapie stellt eine schonende, individuell abgestimmte Ergänzung moderner zahnmedizinischer Behandlungen dar. Ziel ist es, Heilungsprozesse zu unterstützen, Beschwerden zu reduzieren und die funktionelle Balance im Zusammenspiel von Zähnen, Kiefer und Nervensystem zu fördern.